Kapitän Köhn und seine Frau Elisabeth im Vorgarten der Villa Helgoland

Geschichte erleben.

Geschichte der Villa

Die Villa Helgoland ist ein Symbol der touristischen Entwicklung der Insel Amrum. Der im Jahre 1838 geborene Helgoländer Paul Jansen Köhn schlug zunächst eine seemännische Laufbahn ein, die ihn unter anderem als jüngsten Kapitän der britischen Handelsmarine nach Ostasien führte. Hier konnte er als Mitinhaber einer Großfähre auf dem Yangstefluß ein beachtliches Vermögen ansammeln.

Als er 12 Jahre später nach Helgoland zurückkehrte, heiratete er die Tochter eines reichen Pellwormer Bauern, Elisabeth Lawine Nommensen. Gemeinsam betrieben die beiden zunächst ein Hotel auf der Insel Helgoland mit dem Namen „Prince Alfred“. 1889 kam das Ehepaar nach Amrum und erbaute 1890 auf der Wattseite Wittdüns das erste große Hotel auf der Insel, das „Strandhotel“, und eröffnete damit das Tor zum Tourismus. In unmittelbarer Nachbarschaft baute er zwei kleinere Villen, die Villa Adelgunde und die Villa Helgoland.

Das Strandhotel war ein solides Gebäude mit aufwendig verzierter Fassade und eigenem Bootsteg. Die Villa Adelgunde diente als Gästehaus, während die Villa Helgoland von Kapitän Köhn und seiner Familie selbst bewohnt wurde. Viele Menschen wunderten sich, dass der wohlhabende Kapitän, der schon so viel von der Welt gesehen hatte, sich ausgerechnet in der bescheidenen Villa Helgoland niedergelassen hatte, doch wer einmal den traumhaften Blick von seinem Balkon auf das Wattenmeer genossen hat, wird wissen, warum…

Außer den Villen Helgoland und Adelgunde verwaltete Kapitän Köhn die Villa Clara an der oberen Wandelbahn in Wittdün. Von der Villa Helgoland an der Wattseite waren es für Kapitän Köhn nur wenige Schritte bis zur Villa Clara an der Kniepseite - noch heute ist dieser Verbindungsweg als "Köhns Übergang" vorhanden.

Paul und Elisabeth Köhn hatten vier Kinder, Henry Fritzharding (*1870), Sophie Christine (*1872), Margaretha Henriette Pauline (*1877) und Johanne Antonie (*1882). Sophie heiratete im Jahre 1898 Johann Franz Eller und betrieb später in der Villa Helgoland ein Kinderheim. Die Familie Eller wanderte vor dem zweiten Weltkrieg in die USA aus, wobei jedoch einer der Söhne in den 50er Jahren nach Amrum in die Villa Helgoland zurückkehrte und dort einen landwirtschaftlichen Betrieb führte.

In den 70er Jahren wurde die Villa Helgoland vom Amt Amrum gekauft, um dort einen neuen Fähranleger zu bauen. Nachdem dieser Plan jedoch aufgrund verschiedener Widerstände scheiterte, nutzte die Gemeinde das Haus vorwiegend zur Vermietung von Dauerwohnungen, bis es seit 2006 letztlich ungenutzt blieb und leer stand.

Die Villa Helgoland wurde 2011 von der Familie Bauer aus Kiel aus Liebe zur Insel Amrum von der Gemeinde Wittdün gekauft und umfangreich saniert. Das Strandhotel existiert auch heute noch, wenn auch in deutlich veränderter Form, als Haus Kerrin, während die Villa Adelgunde als das heutige Haus Hildegard noch immer der unmittelbare Nachbar der Villa Helgoland ist.

Der Helgoländer Kapitän Paul Jansen Köhn legte 1890 mit dem Bau des Strandhotels und der Villen Adelgunde und Helgoland den Grundstein für die Entwicklung des Tourismus auf Amrum, der heute den wichtigsten Wirtschaftszweig auf der Insel darstellt.

Literatur: "Das Seebad Amrum", Georg Quedens, Quedens-Verlag

Wir danken Herrn Alfred Meyer-Piening für die ausführlichen Auskünfte über seine Familiengeschichte sowie das historische Bildmaterial.


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